Endlich wieder im Wasser


Eine lange Aktion geht zu Ende. Ende gut – alles gut. Aber wie immer im Seglerleben muss man Geduld haben. Und Zeit.

Das Einwassern – eine einzige Katastrophe – oder ein Abenteuer, je nachdem wie man es nimmt. Umzingelt und eingekesselt zwischen Riesenluxusyachten, nur eine schmale Gasse dazwischen. Reicht die für uns? Das Marina Team ist skeptisch. Wir sind auf Platz 8 von 16 Yachten, die eingewassert werden sollen. Es geht um 8.30 los. Es wird Nachmittag, die Reihenfolge stimmt nicht und auch Yachten, die hinter uns gelistet sind, kommen zum Travellift. Ich frage nach: Problem mit Markus. Vielleicht erst nach dem 5 April, wenn eine der großen Yachten vor uns weg ist. Nee, sage ich, wir haben das Launching Paper für 2. April und zwei kleine Kinder und auch einen Zeitplan.
Am späteren Nachmittag dann geht es los. Der Hubwagen wird unter die Yacht geschoben, das geht noch gut. Aber beim Rückwärts ziehen ist die Gasse zu schmal. Wir streifen eine Luxusyacht. Die Aufregung ist groß, der Streifen an dem eine Gumminoppe der Reling Berührung hatte, winzig. Also ganze Aktion von vorn. Eine Wand der Schutzhalle der anderen Yacht wird kurzerhand mit einem Bagger um 30 cm verschoben. Jetzt passt es knapp und kurz vor dem Dunkelwerden sind wir im Wasser. Ein wenig Adrenalin gab es noch; da der Motor erst nicht ansprang und ein Schlauchansatz am neuen Seewasserventil undicht war.
Aber das war zu managen.
Von vielen anderen „Kleinigkeiten“ nicht zu reden: undichte Gasanlage, unvollständig installierter Watermaker, Kriechstrom in der Elektrik, und als Hauptüberraschung ein defekter Diesel. Einspritzdüsen an zwei von 3 Zylindern defekt. Ersatzteieile müsssen in Istambul bestellt werden. Reparaturzeit 3-5 Tage. Dazu sind die Stahlhalterungen der Lichtmaschine durch Vibration abgebrochen.
Na ja, besser jetzt als irgendwann unterwegs. Mir wird noch mal klar gezeigt, wie wenig ich von Motoren verstehe.