Vorgeschichte

Wie kommt man zum Blauwasser-Segeln? Was treibt einen dazu, auf viele Annehmlichkeiten des Alltags zu verzichten und auf 16 qm zu leben und mit einem schaukelnden Schiff durch die Gegend zu schippern, Seekrankheit und anderes inclusive.
Jürgen träumte schon von Kindesbeinen vom Segeln. Eigentlich wollte er Kapitän werden, wurde aber dann erst Polizist und dann Arzt. Als Assistenzarzt mit wenig Zeit und vielen Bereitschaftsdiensten, einem nicht so üppigen Gehalt und vielen kleinen Kindern blieb nicht viel Raum für die Segelei. Aber das Wasser ließ ihn nicht los; angefangen mit Schwimmsport, Tauchsport kam er dann zumindest theoretisch zum Segeln, indem er alle Scheine machte, die zu haben sind: Sportbootführerschein See, Sportbootführerschein Binnen und Segelschein A, Seeschifferschein, Hochseeschifferschein. Lediglich an der Praxis mangelte es.

Der erste Versuch einer Seegeltour endete kläglich. Zwei Wochen Ostsee-Seegeln mit einer Bavaria 38 im Rahmen einer Familienflottilie – und fast nur Kälte, Regen, Wellengang, Frieren, Seekrankheit. Das wars dann für viele Jahre. Keiner in der Familie (außer Jürgen) konnte sich noch für das Segeln begeistern.
Fast 10 Jahre später dann ein neuer Versuch. Jürgen startet durch und kauft ein Schiff, eine Najad 390, über 20 Jahre alt, Liegeplatz Travemünde. So geht es monatelang so oft wie möglich nach Travemünde. Bald ist der Entschluss gefaßt, die Yacht ins Mittelmeer zu verlegen. Gesagt, getan und ein paar Monate später lag die Markus in Marmaris, fast zwei Jahre wurde die Türkische Küste abgesegelt. Von dort ging es über die griechischen Inseln und Sizilien nach Sardinien. Dort blieb die Markus einen Winter. Dann segelten wir nach Marseille und verschifften die Markus nach Bremerhafen, wo sie verkauft wurde. Anstelle der liebenswerten Markus segeln wir nun mit einer Allures 45, der Betty Blue. In 2016 erkrankte Jürgen schwer an ALS, sitzt gelähmt im Rollstuhl und die Betty Blue ist verkauft. Jetzt geht er mit Lea und Lissy auf Kreuzfahrt um die Welt