Silvester auf Stelzen

Das Jahr geht zu Ende, der Morgen beginnt mit Regen, ein Blick aus der Luke ermutigt nicht zum Aufstehen; bei Südwestwind gibt es Dauerregen, bis zu 18 mm/qm pro Stunde; die Marina verwandelt sich, die Pfützen verschmelzen zu kleinen Teichen und Seen und die Kids glauben, dass wir bald mit dem Schiff schwimmen können – und ab ins Meer. Ohne Kids wäre es ein Tag, den man mit lange in der Koje liegen, ein Buch lesen, dabei Kaffee trinken und die Zeit und den Regen dahinplätschern lassen möchte. So aber: raus und ab in die Nässe. Zum Glück gehen die Temperaturen mit 13 bis 15 Grad halbwegs. Die Kids finden es toll, mit den Gummistiefeln in den Pfützen zu plantschen. Wir regeln ein paar Dinge mit den Handwerkern. Die Kuchenbude ist eine Katastrophe. Sieht hübsch aus, taugt aber nichts. Es tropft an allen Ecken und Enden. Dank Internet machen wir uns schnell über Persennings, Nähte, Reißverschlüsse und Abdichtungen kundig. Es sind Einfachnähte und keine Kappnähte, es tropft durch die Nahtstellen und durch die Reißverschlüsse. Man will und weismachen, es müsse nur zwei Tage gut regnen, dann zwei Tage Sonne und dann noch etwas Waterproofspray, dann sei alles gut. Klar, und vor kurzem war Weihnachten. Zum Glück haben wir bisher nur die Hälfte des Preises bezahlt. Aber es gibt sicher noch Ärger. Wir haben nun schrifllich eine Nachbesserung verlangt: mal sehen was passiert.

Wir machen einen kleinen Abstecher nach Marmaris, kaufen im strömenden Regen noch etwas ein und freuen uns nun – wieder im gemütlichen Schiff – auf den Abend. Wir haben beschlossen, Silvester an Bord zu feiern, in drei Meter Höhe und auf Stelzen; das ist auch mal was anderes. Morgen soll dazu die Sonne wieder scheinen, das Neujahrschwimmen steht auf dem Programm; ob wir uns aber dazu durchringen können? Notfalls hängt der Neo im Schrank. Aber das wäre ja halb geschummelt.