Von der Seekrankheit und anderen Übeln

Segeln mit Rückenwind

Gestern sind wir testweise und um unsere Freunde von der SY Pinut zu besuchen, die 67 Meilen von La Gomera nach Tazacorte /La Palma gesegelt. Eigentlich wollten wir ein wenig üben: Spinakerbaum mit Genua ausbaumen, Groß mit Bullenstander und so weiter, Der Wind sollte aus Südost blasen mit 15 ­ 20 Knoten, also optimal für unseren Nordwestkurs. Leider kam wie so oft alles anders. Start morgens um sechs Uhr im Dunkeln. Gerade noch kaum Wind aber als wir aus der Box maövrierten, kam eine heftige Böe und drückte die Betty gegen die Nachbarboote, die nichts hatten aber die Betty eine lange Schramme im Gelcoat von der Spitze des Bugankers des Nachbarn. Shit happens. Kaum aus dem Hafenbecken, war die gesamte Crew bis auf den Käptn seekrank und göbelte vor sich hin. Selbst das Baby Lea war blass und musste erbrechen. Der Skipper hat nun leider eine ALS und ist etwas wackelig auf den Beinen und mußte dann fast alles Einhand machen. Das ging dank Elektrowinschen und Autopiloten ganz gut. Auf das Ausbaumen und Üben wurde verzichtet und nach knapp 11 Stunden war Tazacorte erreicht. Die Crew war fix und alle obwohl der Empfang durch unsere Freunde sehr herzlich war und wir noch zu weihnachtlichem Glühwein und selbstgebackenen Keksen eingeladen wurden. Wie geht es nun weiter? Ehrlich gesagt, ich weiss es noch nicht. Die Crew würde am liebsten auf Gomera bleiben und ein wenig zwischen den Inseln hin und her segeln. Ich kann mich noch nicht damit abfinden und habe das Ziel Karibik noch nicht aufgegeben. Wie sage ich immer zu den Leuten: Never give up your dreams. It is like a bird with broken wings. It will never fly. Aber erst mal die Betty Blue wieder auf Vordermann bringen, die Kratzer beseitigen und ein wenig nachdenken. Dienstag wollen wir erst mal zurück nach La Gomera